Wir leben in einer Zeit des schnellen Wandels. Die Gegebenheiten und unsere Umgebung verändern sich rasant. Auch Unternehmen sind mit den Ausmaßen der Globalisierung und Digitalisierung konfrontiert, die ihnen so einiges abverlangen: Sie erfordern neue Personalstrategien, neue Vermarktungs- und Vertriebsansätze, häufig sogar komplett neue Geschäftsmodelle. Viele Firmen tun sich allerdings schwer, auf diese Veränderungen zu reagieren, was für ihre Wettbewerbsposition fatale Konsequenzen haben kann.

Was ist der Grund für diese Schwerfälligkeit? Viele Aspekte der Digitalisierung haben wenig mit Technik, sondern vielmehr mit neuen Denkweisen und der kulturellen Einstellung zu tun. Doch im Zeitalter der digitalen Transformation ist die Kultur vieler Unternehmen immer noch analog. Firmen investieren zwar viel Geld und Zeit in die Entwicklung einer zukunftsorientierten Unternehmenskultur, doch neu definierte Leitbilder landen oft nur in Form von schicken Kampagnen an Plakatwänden und nicht in den Köpfen der Mitarbeiter. Wir finden, dass hier ein großer Nachholbedarf für Unternehmen besteht.

„Der Culturizer® ist die Zukunft der Kulturarbeit.“, so wird Dr. Georg Wolfgang, CEO Culturizer GmbH, auf der Unternehmens-Website zitiert. Wir haben nachgefragt und in einem Interview mit Georg erfahren, wie Culturizer dazu beiträgt, Unternehmen mithilfe ihrer digitalen Lösung auf die Erfolgsspur zu führen und damit den firmeninternen Kulturwandel begleitet.

Dr. Georg Wolfgang Profilfoto

Hallo Georg! Erzähl uns doch gerne zu Beginn, wer ihr seid, und woher Culturizer kommt?

Gerne. Wir sind die Culturizer GmbH und sind ein Spin Off der Unternehmensberatung ComTeam Group. Wir haben die Vision, Unternehmenskulturen einfach gestaltbar zu machen – im Dialog der Menschen und mit Hilfe digitaler Tools, die im Kulturveränderungsprozess unterstützen. Als Spin Off ist es uns sehr wichtig, mit ComTeam verbunden, aber nicht abhängig zu sein. Daher sind wir seit der Gründung in München ansässig (auch wenn der Geschäftssitz in Gmund am Tegernsee bei ComTeam ist). Mittlerweile besteht unser Team aus 9 Menschen, die sich ausschließlich mit dem Culturizer beschäftigen.

Unternehmenskulturen einfach gestalten – das klingt interessant. Wie funktioniert das genau?

Wir haben verschiedene Tools entwickelt, die Unternehmenskultur sichtbar, diskutierbar und gestaltbar machen. Das heißt konkret, dass unsere Tools Unternehmen und Teams dabei helfen, im gemeinsamen Austausch zu erkennen, wo sie kulturell gerade stehen, wo sie (um strategisch erfolgreich zu sein) hin wollen und vor allem, wie sie die Veränderungen kontinuierlich im Arbeitsalltag verankern können. Unsere Tools werden teils von Beratern oder Moderatoren eingesetzt und sollen vor allem Teams autonom durch den Prozess begleiten. Stellt euch vor, ihr habt als Team einen Workshop zu eurer Unternehmenskultur und anstatt eines Moderators führt euch der Culturizer durch alle Diskussionsschritte.

Culturizer Software

Ein „digitaler Moderator“ als Begleiter zu einer neuen Unternehmenskultur. Das hört sich recht einzigartig an. Wie sieht es denn mit Mitbewerbern aus, die gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen?

Es gibt einige digitale Tools, die sich dem Thema Unternehmenskultur widmen. Diese sind eigentlich immer auf individuelle Analysen ausgerichtet. Aus unserer Sicht ist dies der entscheidende Unterschied: wir bringen mit unseren Tools die handelnden Personen der Kultur zusammen und helfen ihnen, gemeinsam etwas Neues zu gestalten. Dieser Dialog ist entscheidend für eine echte Entwicklung der Kultur. Ansonsten habe ich vielleicht schöne Fragebögen, Analysen und Reports; an der Kultur ändert sich damit aber eigentlich (noch) nichts.

Und es gibt viele spannende digitale Ansätze, die sich mit einzelnen Elementen der Unternehmenskultur wie zum Beispiel „Feedback an die Führungskraft“ oder eben „Mobilitätslösungen als Benefit für Mitarbeiter“ beschäftigen. Diese sehen wir allerdings nicht als Konkurrenz, sondern als komplementäre Lösungen. Je mehr und bewusster die Kultur bearbeitet wird, umso mehr Impact haben auch unsere Tools. ?

Culturizer Meeting

Mit eurem Tool trefft ihr den Nerv der Zeit. Warum wird euch die Welt auch in Zukunft brauchen?

Richtig. Das Thema Unternehmenskultur trifft den Zeitgeist unserer Gesellschaft, sowie der heutigen Business-Welt ziemlich gut. Wir denken momentan viel über neue Lösungen und Ansätze nach und beschäftigen uns intensiv mit dem „New Work“ und anderen spannenden Modellen. Dahinter steht eine zentrale Frage: wie soll die (Zusammen-)Arbeit der Zukunft aussehen? 

Tradierte Lösungen mit strengen Hierarchien, Befehlsempfängern und Dienst nach Vorschrift haben aus guten Gründen nur noch wenig Daseinsberechtigung. Wir wollen alle Unternehmen – vom Purpose Startup bis zum Chemiekonzern – dabei unterstützen, eine zukunftsfähige und performante Unternehmenskultur zu gestalten. Und damit werden wir auch in Zukunft noch jede Menge zu tun haben.

Unter uns Münchnern: Was bedeutet die Landeshauptstadt persönlich und als Unternehmensstandort für dich?

München ist für uns als Unternehmen extrem wichtig. ​Wir hätten auch bei ComTeam am Tegernsee bleiben können, aber da wäre es schwierig geworden, ein Unternehmen mit einer eigenen Identität aufzubauen. In München können wir unseren eigenen „Startup-Vibe“ kreieren und mit dem Unternehmen mitwachsen. Wir sind in einem der großen Co-Working-Büros gestartet, wo wir etliche Male umgezogen sind, und haben jetzt ein kleines und feines Büro direkt bei der Großmarkthalle. Wer München kennt weiß, das dies eine ziemlich lässige Gegend ist.

Für mich als Gründer ist der Standort auch extrem wichtig. Emotional, weil ich in dieser Stadt aufgewachsen bin und auch ganz pragmatisch, da ich meine Familie und den Culturizer hier bestmöglich kombinieren kann.

München Innenstadt

Ein großes Dankeschön an Dr. Georg Wolfgang für das spannende Interview und den Einblick in das Startup Culturizer.

Weitere Informationen zu Culturizer: https://culturizer.app/