Vernetzte Services werden ein immer wichtigerer Baustein betrieblicher Mobilität. Eine große Herausforderung auch für viele Personalverantwortliche – verbunden mit noch mehr Chancen.

Ein Beitrag von Christian Frederik Merten, Stellvertretender Chefredakteur (Print/Online) beim Magazin bfp FUHRPARK & MANAGEMENT.

Die Betriebliche Mobilität geht jeden etwas an im Unternehmen. Natürlich den Fuhrparkmanager, der sich täglich mit Einsatz und Verwaltung der Firmenfahrzeuge beschäftigt. Und den Einkäufer, der die Autos überhaupt erst beschafft. Oder auch den Personalentscheider. Den Personalentscheider? Auf jeden Fall, spielt die betriebliche Mobilität heute doch eine Schlüsselrolle auch in modernen Personal- und Recruitierungsstrategien.

Große Straße in Innenstadt

Neue und vernetzte Mobilität auf dem Vormarsch

„Der Schlüssel zum Mobilitätswandel in Deutschland ist die betriebliche Mobilität“, so Clemens Noll-Velten, Chefredakteur und Publisher des Mobilitätsmagazins bfp fuhrpark & management, das am 23. und 24. Juni 2020 auch das bfp Fuhrpark-FORUM am Nürburgring mit zahlreichen Qualifizierungsangeboten rund um die Unternehmensmobilität veranstaltet. Unternehmen zählen also zu den wesentlichen Treibern moderner Mobilitätsformen.

Warum ist das so und warum betrifft Personalverantwortliche diese Entwicklung direkt? Auch wenn der Dienstwagen heute und in Zukunft eine wichtige Rolle im betrieblichen Mobilitätsmix spielen wird, sind neue vernetzte Mobilitätsangebote auf dem Vormarsch. Heute beinhaltet die betriebliche Mobilität alle denkbaren Verkehrsmittel – von Elektrorollern über den ÖPNV, die Bahn, das Flugzeug und Carsharing-Konzepte bis hin eben zum klassischen Dienstwagen, um nur einige Beispiele zu nennen. Denn letzterer wird – wie gesagt – auf absehbare Zeit immer noch sehr viele Freunde finden.

Straßenbahn in Innenstadt

Mobilitätswandel heute vor allem im urbanen Umfeld

Zwar wird das Auto vor allem im ländlichen Raum wenig Wettbewerb fürchten müssen – einfach weil es dort heute oft an geeigneten Alternativen mangelt, verlässlich täglich von A nach B zu kommen. Auch hier werden sich Unternehmen über kurz oder lang mit dem Mobilitätswandel beschäftigen müssen, haben aber vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit.

Anders sieht es im urbanen Umfeld aus. Unternehmen in Großstädten und deren Ballungsräumen müssen kurzfristig – sprich heute – über das Auto hinausdenken. Ein wichtiger Grund: der Fachkräftemangel in vielen Branchen. Es ist eine Binsenweisheit: Wer sich heute junge Talente angeln möchte, muss sich auf deren Bedürfnisse eingehen. Ein eigener Dienstwagen gehört für urban geprägte junge Menschen oft nicht mehr dazu.

Personaler als Experten für Kandidatenwünsche

Stellt sich die Frage: Was tun? Hier kommen auch die Personalverantwortlichen ins Spiel. Sie können – gemeinsam mit den anderen betroffenen Unternehmensbereichen – einen wesentlichen Beitrag bei Entwurf und Umsetzung eines neuen, zeitgemäßen Angebots für die Mitarbeitermobilität leisten. Denn wer kennt die potenziellen Kandidaten besser als die Personalentscheider? Und deren Wünsche und Anforderungen sind es doch, die die Basis für moderne Mobilitätsangebote mit konkretem Mehrwert bilden. Klar, für viele – wenn nicht die meisten – Personaler ist die Konzeption eines Mobilitätskonzepts komplettes Neuland. Wer sich hier unsicher fühlt, den können Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote wie das des bfp Fuhrpark-FORUMs einen großen Schritt weiterbringen.

E-Scooter in Innenstadt

Mobility as a Service und Mobilitätsbudgets

Dort erfahren Teilnehmer zum Beispiel, was es mit „Mobility-as-a-Service“-Konzepten, kurz MaaS-Konzepten, auf sich hat. Sie skizzieren eine nachhaltige und gleichzeitig individuell einsetzbare Mobilität durch die Bereitstellung und Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrslösungen und integrierten Bezahl- und Buchungsfunktionen. Die Palette der Mobilitätsoptionen dient dabei als Ersatz oder auch als Erweiterung zum herkömmlichen Fahrzeug. Ziele von MaaS sind auch die Förderung der Mitarbeitermotivation und der Arbeitgeberattraktivität.

Oder aber, was genau ein Mobilitätsbudget ist. Dabei handelt es sich um eine festgelegte Summe, die dem Mitarbeiter die freie Wahl der Verkehrsmittel ermöglicht: Dazu zählen Jobtickets, E-Bikes, Taxen, Carsharing- oder Ridesharing-Dienste oder Ähnliches, aber auf Wunsch auch die Leasingrate für einen Dienstwagen. Die Abrechnung erfolgt in der Regel digital und über eine Mobilitätskarte. Genereller Vorteil des Mobilitätsbudgets: Auch Mitarbeiter ohne Dienstwagenberechtigung können vom Mobilitätsbudget profitieren – was die Arbeitgeberattraktivität noch mehr steigert. Und wer möchte, stellt seinen Mitarbeitern Restbeträge am Monatsende auch zur privaten Nutzung zur Verfügung.

Und das waren nur zwei Beispiele für die neue Welt der betrieblichen Mobilität. Kurz gesagt: Sie bietet sicherlich eine Menge Herausforderungen – aber mindestens genau so viele Chancen. Vorreiter auf diesem Feld positionieren sich nicht nur als innovatives Unternehmen, sondern vor allem auch als attraktiver Arbeitgeber.

Wir bedanken uns herzlich bei Herrn Christian Frederik Merten für seinen Beitrag. Weitere Beiträge rund um das Thema betriebliche Mobilität, finden Sie unter nachfolgendem Link: