Carsharing erfreut sich selbst in Coronazeiten immer größerer Beliebtheit. Laut Deutschlandfunk zählt der Bundesverband Carsharing bei den verschiedenen Anbietern insgesamt knapp zweieinhalb Millionen Nutzerkonten. Darunter sind aber auch viele Menschen, die bei mehreren Anbietern gleichzeitig angemeldet sind.¹

Ein besonders starkes Wachstum (über 20 Prozent) verzeichnete dabei das stationsbasierte Carsharing.¹ Im Gegensatz zu free floating carsharing werden beim stationsbasierten Carsharing Autos an einem bestimmten Ort abgeholt und auch wieder abgegeben. Der Vorteil ist dabei, dass die Autos länger im Voraus buchbar und um etwa die Hälfte günstiger sind.

Es scheint, als ob das Credo vieler Sharinganbieter – Innenstädte entlasten durch Teilen satt Besitzen – bei Carsharing immer mehr Anklang in der Bevölkerung findet. Wir haben uns daher mit Markus Lange-Stuntebeck, dem Leiter Carsharing STATTAUTO München zum Online-Interview verabredet, um uns mit ihm über die Anfänge, aber auch über die Zukunft von STATTAUTO auszutauschen.

Hallo Markus, wir freuen uns sehr, dass wir dich heute kennenlernen dürfen und einen kleinen Einblick hinter die Kulissen von STATTAUTO München bekommen. Kannst du zu Beginn unseres Interviews kurz zusammenfassen, wer ihr seid und woher ihr kommt?

Hallo MOBIKO, ja klar, sehr gerne! STATTAUTO München wurde bereits 1992 gegründet und bietet seitdem stationsbasiertes Carsharing an. Seit 2013 ist STATTAUTO ein Geschäftsbereich der Spectrum Mobil GmbH. Wir haben mehr als 17.000 Kunden, die sich über 450 Fahrzeuge teilen.

Das STATTAUTO-Team besteht aus über 20 Personen, die sich grundsätzlich in Fuhrparkmanagement und Kundenservice aufteilen.

Wir haben bereits gehört, dass stationsbasiertes Carsharing ein besonders starkes Wachstum verzeichnet hat, weshalb wir noch einmal auf den Anfang und die Entstehung der Idee zurück gehen wollen.

Die Idee für den Service entstand zu Beginn der 90er-Jahre aus sozialpolitischem Engagement heraus. Neben dem Umweltaspekt wurden Wege gesucht, wie Langzeitarbeitslose über sogenannte Beschäftigungsmaßnahmen wieder in den normalen Arbeitsmarkt integriert werden können. Aufgrund des stetigen Wachstums im Carsharing konnten viele Langzeitarbeitslose in den Bereichen des Fuhrparks eingesetzt werden.

Sehr interessant! Welchen Service bietet ihr an und wie sieht die Zielgruppe dafür aus?

STATTAUTO betreibt stationsbasiertes Carsharing in München und im Münchener Umland. Dort haben wir über 130 feste Stationen, an denen die Fahrzeuge abgeholt und auch wieder zurückgegeben werden können. Die Fahrzeuge können telefonisch, per Web oder per App gebucht werden.

Unsere Zielgruppe besteht vor allem aus urban lebende Familien oder Single Haushalte, die sich über ihre Mobilität Gedanken machen. Die meisten Kunden wollen auf ein Auto verzichten, obwohl sie es finanziell gesehen nicht müssten.

Für einen Großteil der Menschen, die nicht täglich ein PKW benötigen und unter 10.000km pro Jahr zurücklegen, ist Carsharing bei Betrachtung der kompletten Kosten eines PKW günstiger.

Darüber hinaus muss sich der Kunde um nichts mehr kümmern, da wir die Wartung und Pflege der Fahrzeuge komplett übernehmen sowie alle sonstigen KFZ-Betriebskosten von uns übernommen werden. Vor allem in den durch Parkdruck gezeichneten Stadtteilen in München entfällt die zeitfressende Parkplatzsuche.

Durch euer starkes Wachstum gehe ich davon aus, dass euer Service gut angenommen wird. Welches Feedback erreicht euch von euren Nutzern?

Das ist richtig, das Interesse der Bevölkerung an geteilter Mobilität nimmt zu, wodurch wir auch stetig steigende Anmeldungen verzeichnen können. Die rasant steigende Nachfrage spiegelt sich in generell guten Auslastungszahlen unserer Flotte wider.

Im Frühjahr letzten Jahres haben wir eine Gutscheinaktion zu Ostern gestartet. Hierdurch wollten wir unsere coronabedingten Buchungsrückgänge etwas kompensieren. Hunderte unserer Kunden haben daraufhin Gutscheine gekauft und uns zahllose aufmunternde Mails geschickt. Dies hat uns noch einmal gezeigt, dass wir mittlerweile sogar einige Fans unter unseren Kunden haben.

Das ist sehr schön zu hören! Nun seid ihr nicht die einzigen Anbieter auf dem Markt. Wenn man in München unterwegs ist, sieht man verschiedenste Autos von Carsharing-Anbeitern auf den Straßen. Was unterscheidet euch von anderen?

Generell muss hier zwischen free-floating und stationsbasiertem Carsharing unterschieden werden. Wir im stationsbasierten Carsharing haben eine sehr breite Palette an verschiedenen Fahrzeugen im Angebot. Diese Fahrzeuge sind an mehr als 130 Stationen in München und im Münchener Umland verteilt. Kurze und günstige Einkaufsfahrten mit einem kleinen Stadtflitzer sind genauso möglich wie der Möbeltransport mit einem unserer Transporter oder Gruppenausflüge mit unseren Kleinbussen.

Lass uns noch einen kleinen Blick in die Zukunft werfen. Was glaubst du: warum braucht euch die Welt in der Zukunft? Wie sieht die Mobilitätswelt der Zukunft aus und welchen Platz wollt ihr darin einnehmen?

Aufgrund des immer größer werdenden Bedarfs an Mobilität und der gleichzeitigen Verschlechterung des städtischen Verkehrs durch die individuelle Mobilität ist es zwingend notwendig, die Shared-Mobility Angebote zu erweitern. In Kombination mit dem ÖPNV kann der Anteil des privaten MIV gesenkt werden und damit deren negative Folgen auf die Bevölkerung und die Umwelt. Wir sehen uns als einen sehr wichtigen Baustein der Mobilität der Zukunft, um die Lebensqualität in den Städten, vor allem in München, wieder zu heben und die Mobilitätswende weiter anzutreiben.

Das heißt, ihr habt auch persönlich einen starken Bezug zu München?

Als Unternehmen, welches in München gegründet wurde, ist die Verwurzelung und damit die Bindung zu München natürlich enorm. Wir merken, dass das Interesse an nachhaltiger Mobilität in München, aber auch im Münchener Umland weiter steigt und wir sind bereit, ein Teil dieser Entwicklung zu sein. Durch die Größe der Stadt und Vielschichtigkeit der Kunden sind aber auch die Herausforderungen nicht zu verachten.

MOBIKO x STATTAUTO – warum ist die Kooperation aus eurer Sicht ein super „Match“, gerade auch für Mitarbeiter und insbesondere für MOBIKO Nutzer?

Aufgrund unserer Strategie eines organischen Wachstums sind Kooperation mit Partnern wie MOBIKO für uns essenziell. Wir ziehen am gemeinsamen Strang der nachhaltigen Mobilität und profitieren so gegenseitig.  STATTAUTO ist für die MOBIKO Nutzer eine nachhaltige Ergänzung zum bereits bestehenden Angebot an Mobilitätsdiensten, das sie mit ihrem Mobilitätsbudget nutzen können. Außerdem ist es vor allem für Unternehmen interessant, die gerne auf die eigene Flotte verzichten würden, aber noch keinen adäquaten Ersatz gefunden haben. Durch die jeweiligen Angebote von MOBIKO und STATTAUTO ergänzen sie sich perfekt.

Herzlichen Dank an Markus Lange-Stuntebeck für das spannende Gespräch und für die wertvollen Einblicke in den Mobilitätsanbieter STATTAUTO.

Weitere Informationen zu STATTAUTO finden Sie hier:


¹ Quelle